06. August 2026
Das Wobbler-Syndrom (zervikale Spondylomyelopathie (CSM)) ist eine Erkrankung, die durch eine Kompression des Rückenmarks im Bereich der Halswirbelsäule verursacht wird. Das Syndrom führt aufgrund einer gestörten Mikrozirkulation, Ischämie, Demyelinisierung und axonalen Degeneration zu einer Schädigung der Nervenbahnen und damit zu fortschreitenden neurologischen Ausfällen. Die Kompression kann durch Bewegungen der Halswirbelsäule verstärkt werden. Besonders groß- und riesenwüchsige Hunderassen (z.B. Dobermann, Deutsche Dogge, Rottweiler) sind betroffen.
Grundsätzlich werden zwei Formen unterschieden:
• Diskusassoziierte CSM (DA-CSM): V.a. bei älteren Dobermännern führen degenerierte Bandscheiben zu einer ventralen Rückenmarkskompression (meist auf Höhe C5/C6 oder C6/C7).
• Osseus-assoziierte CSM (OA-CSM): Betrifft v.a. junge Riesenrassen. Knöcherne Umbauvorgänge der Halswirbelsäule verursachen eine Einengung des Wirbelkanals.
Die Symptome entwickeln sich meist schleichend:
• Ataxie (v.a. Hintergliedmaßen)
• Verzögerte Propriozeption
• Muskelatrophie (v.a. Schulterbereich)
• Zervikale Schmerzen (v.a. Dobermänner)
• Verkürzte Schritte der Vordergliedmaßen
• Spastische Tetraparese in fortgeschrittenen Fällen
Eine neurologische Untersuchung ermöglicht die Lokalisierung der Läsion in der Halswirbelsäule. Die Magnetresonanztomographie gilt als Goldstandard für die Bestätigung der Diagnose.
Die Behandlung richtet sich nach Schweregrad und Ursache der Erkrankung. Bei milden Fällen ist eine konservative Therapie mit Bewegungseinschränkung und Schmerzbehandlung möglich. Hunde mit ausgeprägten neurologischen Defiziten können von einer chirurgischen Dekompression und ggf. einer Stabilisierung der Halswirbelsäule profitieren.

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