03. Juli 2026
Die Ellbogendysplasie (ED) beim Hund ist ein Sammelbegriff für verschiedene entwicklungsbedingte Erkrankungen des Ellbogengelenks, die einzeln oder gemeinsam auftreten und frühzeitig zu Arthrose führen können. Die Erkrankung tritt meist beidseitig auf.
Bestimmte Rassen (Labrador Retriever, Golden Retriever, Deutscher Schäferhund, Berner Sennenhund, Rottweiler, Neufundländer) und mittelgroße bis große Hunde sind besonders häufig betroffen. Schnelles Wachstum infolge einer energiereichen Fütterung, Übergewicht, eine nicht bedarfsgerechte Ernährung während des Wachstums, übermäßige körperliche Belastungen sowie traumatische Gelenkverletzungen sind weitere Risikofaktoren für die Entstehung einer ED.
Zu den wichtigsten Formen der ED gehören:
• Fragmentierter medialer Processus coronoideus
• Isolierter Processus anconaeus
• Osteochondrosis dissecans
• Gelenkinkongruenz
Die klinischen Symptome zeigen sich häufig bereits im Alter von vier bis acht Monaten. Manche Hunde entwickeln jedoch erst im Erwachsenenalter deutliche Beschwerden. Es kommt meist zu wechselnden Lahmheiten, die hauptsächlich nach Belastung auftreten, und später chronisch werden können.
Typische klinische Symptome:
• Lahmheit der Vordergliedmaßen
• Steifer Gang, besonders nach Ruhephasen
• Bewegungsunlust
• Schmerzen beim Aufstehen
• Eingeschränkte Ellbogenstreckung
• Muskelatrophie im Schulterbereich
Die Diagnose erfolgt durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung, bildgebenden Verfahren (Röntgen, Computertomographie) und ggf. einer Arthroskopie.
Die Behandlung richtet sich nach dem Alter des Hundes, dem Schweregrad der Veränderungen und dem Ausmaß der Arthrosen. Fälle die früh erkannt werden können häufig erfolgreich behandelt werden, bevor ausgeprägte Arthrosen entstehen. Bei milden Fällen kommen konservative Maßnahmen wie Gewichtsmanagement, Goldakupunktur, Physiotherapie und Schmerzmittel (z.B. NSAIDs) zum Einsatz. Chirurgische Maßnahmen (z.B. Entfernung freier Fragmente, Knorpelglättung, Korrekturosteotomien) können je nach zugrunde liegender Erkrankung empfohlen werden. Da die ED eine starke genetische Komponente besitzt, spielt die kontrollierte Zucht eine zentrale Rolle.


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